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Geringqualifizierte

In den letzten zwei Jahrzehnten sind die Anforderungen an Arbeitstätigkeiten kontinuierlich gestiegen. Arbeitsprozesse ändern sich ständig, neue Technologien werden entwickelt und die Automatisierung der Produktion schreitet voran. Geringqualifizierte konnten früher zum Beispiel hauptsächlich manuelle Tätigkeiten übernehmen. Inzwischen werden komplexere Anforderungen – auch an das Lesen und Schreiben – gestellt.

Der Trend zur Höherqualifizierung ist ein Zeichen des Wandels von der Industrie- zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Laut Mikrozensus 2012 des Statistischen Bundesamtes betrug der Anteil der Erwerbstätigen ohne beruflichen Abschluss in privater Wirtschaft und Staat insgesamt etwa 17 Prozent. Vor mehr als 30 Jahren waren es noch etwa doppelt so viele. Lange Zeit bot das Produzierende Gewerbe die besten Beschäftigungsmöglichkeiten für die Zielgruppe der Geringqualifizierten. Vor etwa 25 Jahren waren dort noch über die Hälfte der Geringqualifizierten beschäftigt. Selbst in diesem Wirtschaftszweig sind mittlerweile weniger als 20 Prozent der Beschäftigten An- und Ungelernte.

Branchen mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Geringqualifizierten waren laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2012 Gastgewerbe; Private Haushalte mit Hauspersonal; sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen; Kunst, Unterhaltung und Erholung; Verkehr und Lagerei sowie Handel - und damit Dienstleistungsbranchen.

Geringqualifizierte nach Branchen
Anzahl der Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss und deren Anteil an allen Erwerbstätigen in diesen Branchen – 2012

BrancheAnteil in Prozent der Erwerbstätigen

Gastgewerbe

38,1

Private Haushalte mit Hauspersonal

35,0

Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen

27,4

Kunst, Unterhaltung und Erholung

23,6

Verkehr und Lagerei

20,6

Handel

19,7

Gesundheits- und Sozialwesen

17,0

Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung

16,9

Verarbeitendes Gewerbe

16,6
Information und Kommunikation16,5

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

16,1

Sonstige Dienstleistungen

15,9

Baugewerbe

15,7

Grundstücks- und Wohnungswesen

11,2

Erziehung und Unterricht

10,4

Bergbau, Steine und Erden

9,4
 
Ohne Abschluss: einschließlich ohne Angabe
Quelle: Statistisches Bundesamt, 2012; Institut der deutschen Wirtschaft Köln
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