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Betriebliche Weiterbildung

Ändern sich die Arbeitsplatzanforderungen, trifft das Beschäftigte mit geringer Grundbildung in besonderer Weise – und überfordert diese mitunter. Betriebliche Weiterbildung bietet eine Möglichkeit, die Beschäftigungsfähigkeit dieser Mitarbeiter/innen zu erhalten. Grundsätzlich ist die Sicherung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit ein zentrales Motiv für Unternehmen, Weiterbildung zu fördern. Nach der IW-Weiterbildungserhebung 2014 waren immerhin 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland aktiv. Insgesamt 33,5 Milliarden Euro investierten Unternehmen 2013 in die betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter/innen.

Implizit wird bei der Teilnahme an betrieblicher Weiterbildung wie selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Mitarbeiter/innen ausreichend lesen und schreiben und zum Beispiel Informationen verstehen und weitergeben können. Gerade diejenigen, die schlechte Erfahrungen mit dem Lernen – beispielsweise in der Schule – gemacht haben  und lernungewohnt sind, müssen allerdings, um an einer Weiterbildung teilnehmen zu können, besondere Hemmschwellen überwinden. Entsprechend ist die Beteiligung von Geringqualifizierten an Weiterbildungsmaßnahmen im Vergleich mit qualifizierten Berufsgruppen seit Jahren am niedrigsten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (2011) waren im Jahr 2010 drei Viertel der Erwerbstätigen (Voll- und Teilzeitbeschäftigte und Auszubildende) in formelle und informelle Weiterbildung eingebunden. Fast die Hälfte der 7,9 Millionen Teilnehmer/innen verfügte über eine Hochschul- oder Fachhochschulreife, weitere 27,4 Prozent hatten einen Realschul- oder gleichwertigen Abschluss und 14,8 Prozent einen Hauptschulabschluss. Lediglich 0,7 Prozent der Teilnehmer/innen an betrieblicher Weiterbildung verfügten über keinen Schulabschluss. Hinsichtlich der formalen beruflichen Qualifikation hatten 46,0 Prozent der Teilnehmer an betrieblicher Weiterbildung eine duale Berufsausbildung und 29,5 Prozent ein Fachhochschul- bzw. Hochschulstudium absolviert. Dagegen waren nur 7,5 Prozent der Teilnehmer/innen ohne Berufsausbildung.